Ein Artikel aus "Der Bote" vom 17.01.2017

ALTDORF – Die Drittliga-Volleyballdamen des TV Altdorf nahmen erfolgreich Revanche für die 2:3-Niederlage in der Vorrunde und besiegten in einem Spiel auf fast immer hohem Niveau den VfL Nürnberg mit 3:2 (25:18, 25:14, 26:28, 24:26, 15:12). Sie verteidigten damit nicht nur den zweiten Tabellenplatz, sondern zeigten in der Schlussphase eiserne Nerven und zu Beginn der Begegnung Volleyball vom Feinsten.

Erstmal ging die Ankündigung des Hallensprechers etwas daneben, der die Mannschaften versehentlich (Altenfurter Halle meinend) in der „Altdorfer Halle" begrüßte. Vorher war schon anderes besonders aufgefallen. Mirjam Maletius, ehemalige Altdorferin und in der letzten Saison VfL-Zuspielerin, absolvierte das Aufwärmprogramm beim VfL mit. Ergänzend hatte man zwei weitere Akteurinnen aus der Landesliga geholt.

Das machte den Altdorferinnen aber wenig aus, die zogen in den ersten beiden Sätzen unbeirrt ihre Fäden. So überlegen sah man das Team selten. Der VfL stand zwar mit einer stabilen Abwehr im Feld, musste jedoch Angriff über Angriff über sich ergehen lassen. Verschiedene Wechsel auf der Nürnberger Seite verpufften im Spielrausch des TVA. Besonders Katharina Schön lief zur Hochform auf, sowohl was die Schmetter-, als auch die Aufschläge betrifft.


VfL plötzlich auf Augenhöhe

Die Satzsiege waren wohl etwas zu hoch ausgefallen, denn Altdorf ließ im dritten Durchgang in der Konzentration einige Prozent nach, was sofort dazu führte, dass Nürnberg plötzlich auf Augenhöhe agierte. Die beiden nächsten Sätze waren geprägt von enormer Spannung, denn es ging immer knapp zu: 7:7, 13:13, 22:22, usw., aber jedes Mal endete der Durchgang mit zwei Punkten Abstand für den VfL. Das Niveau ließ sich in dieser Phase zwar nicht immer hoch halten, aber gekämpft wurde auf beiden Seiten um jeden Ball; lange Ballwechsel gab es zuhauf.

Also musste der Tiebreak her, um einen Sieger zu finden. Beim Stand von 1:0 für Altdorf verletzte sich eine Nürnberger Spielerin beim schnellen Wegdrehen, auf den Spielverlauf hatte das wenig Einfluss. Erst zwei Fehlaufschläge Nürnbergs (die Nerven lagen zu diesem Zeitpunkt wohl blank) kurz vor dem Seitenwechsel und zwei knallharte Kracher von Kapitänin Lara Krasser bzw. Katharina Schön brachten die 8:5-Führung für Altdorf. Nürnberg holte nach dem 11:6 noch einmal kräftig Luft, konnte aber den Satz- und Spielball nach fast zwei Stunden Spielzeit zum 15:12 für TV Altdorf nicht verhindern. TV Altdorf hat einfach, wie schon oft in dieser Saison bewiesen, eine enorme mentale Qualität in brenzligen Situationen.


Applaus der Zuschauer

Es folgten Jubelgesänge des lauten Altdorfer Publikums, der mittlerweile schon berühmt gewordene Siegestanz der Altdorferinnen und ein freundschaftliches Interview der beiden überzeugenden Mannschaftsführerinnen Lara Krasser und Katja Holstein, das mit einem warmen Applaus der Zuschauer quittiert wurde. Insgesamt bot bei dem Derby Altdorf eine souveräne Vorstellung, sieht man mal von den vielen Eigenfehlern in den knappen Sätzen drei und vier ab.
„Sieg unserer Psyche"

Das Fazit des Altdorfer Trainers Toni Juric: „Ich wünschte mir die beiden ersten Sätze etwas ausgeglichener, dann hätten wir die Konzentration wohl aufrecht gehalten. So wurde Nürnberg stärker, dazu kamen auch noch Pech und Eigenfehler. Aber nach dem Verlauf der ersten beiden Sätze sowie des vierten Satzes haben wir den Sieg sicherlich verdient. Wieder einmal siegte unsere Psyche."

Nürnberg kämpft weiter gegen den Abstieg, Altdorf hat den zweiten Platz inne mit drei Punkten vor Chemnitz, das zwei Spiele weniger ausgetragen hat. Die Altdorfer erfreuen sich an der kommoden Tabellensituation und genießen merklich Spieltag für Spieltag. In zwei Wochen kommt der SV Lohhof zum TV Altdorf, dann muss man nach Dresden reisen, vom oft prophezeiten Abstieg keine Rede. Der VfL Nürnberg dagegen kassierte bereits sieben Niederlagen und hat in den nächsten Wochen fünf Auswärtsspiele hintereinander, harte Zeiten für den Ex-Zweitligisten.

WH