Ein Beitrag aus dem Nürnberger Stadtanzeiger (NN & NZ) vom 23.11.2016

Ralf Ackmann beendet seine Tätigkeit bei den VfL-Volleyballern, auch wegen Unstimmigkeiten mit dem Verein

VON BASTIAN MÜHLING

Beim VfL Nürnberg läuft es nicht rund. Im Sommer konnten die Volleyball- Damen trotz souveräner Meisterschaft nicht aufsteigen. Der Grund: Spielermangel. In der Tabelle der Dritten Liga reicht es nach je drei Siegen und drei Niederlagen derzeit nur zu Platz acht. Und jetzt muss sich der VfL einen neuen Abteilungsleiter suchen. Der bisherige, Ralf Ackmann, zieht sich zurück. Der Grund: Unstimmigkeiten mit dem Verein.

Auf der Website des VfL steht er noch als Abteilungsleiter, in Wirklichkeit hat sich Ralf Ackmann bereits zurückgezogen. „Alles wird immer mehr kommerzialisiert und dabei geht das Zusammengehörigkeitsgefühl verloren“, gibt er im Gespräch mit dieser Zeitung als Grund an.

Zur Kommerzialisierung trage auch der Volleyball-Verband mit seinen hohen Gebühren bei. „Es macht mir einfach keinen Spaß mehr“, sagt der Anwalt. Die Kommerzialisierung sei außerdem nicht mit der Struktur eines Mehrsparten-Vereins vereinbar. „Wir müssen halt alles vom Hauptverein absegnen lassen“, erklärt Ackmann.

Er könne es verstehen, dass der VfL mit 14 Abteilungen viele Aufgaben zu bewältigen hat. Ackmann war trotzdem mit dem VfL Nürnberg nicht immer einer Meinung. Er beklagt, dass die Volleyball-Abteilung „immer nur von Saison zu Saison schauen kann“.

Eine große Fusion? Eher nicht

Dazu kommt der zweimal verpasste Aufstieg in die 2. Liga, der laut Ackmann aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden konnte. Im vergangenen Sommer lag es jedoch vielmehr daran, dass viele Spieler den Verein verlassen haben. „Ich weiß auch, dass es kein Geld vom Himmel regnet, aber der Verein setzt schon auch andere Prioritäten“, meint Ackmann. Als Beispiel nennt er hier den Bau der neuen Geschäftsstelle.

Bereits seit Ende Juli steht seine Entscheidung. Mitte Oktober hat er dann beantragt, zum Ende des Jahres, am 31. Dezember, aus dem Verein auszutreten. Die Gründe dafür liegen aber auch im sportlichen Bereich. Dort sieht Ackmann „nicht viel Spielerpotenzial“. Deshalb schlägt er einen Zusammenschluss mehrerer Volleyball-Abteilungen zu einem großen mittelfränkischen Verein vor. „Es wäre sinnvoll, einen Verein zu gründen mit den besten Volleyballern aus der Gegend. Aber jeder will halt seinen eigenen Hof pflegen“, sagt Ackmann. „Möglicherweise gehört die Zukunft des Volleyballsports auf Bundesliganiveau einem Einspartenverein, im das in der Region vorhandene Spielerpotenzial gebündelt wird“, erklärt Ackmann.

In diesem Punkt gibt ihm der stellvertretende Abteilungsleiter des VfL, Markus Reichler, recht. Beide haben bereits Gespräche mit dem TV Altdorf und dem ASV Veitsbronn geführt, doch zu einer Lösung kamen die Vereine bisher nicht. Auch die Frage nach Ackmanns Nachfolger ist noch nicht geklärt. „Wir sind auf der Suche und werden Ende November erste Gespräche führen“, sagt Reichler, der kommissarisch Ackmanns Posten übernimmt. Als Nachfolger sieht er sich aber nicht: „Ich möchte nicht an erster Front stehen.“