Ein Artikel aus "Mehr Nürnberg" (NN & NZ) vom 25.01.2016

Die Meisterschaft ist dem VfL kaum noch zu nehmen, ob sie aufsteigen wollen, ist aber nach wie vor unsicher

Die Niederlage gegen Altdorf war offenbar nur ein Ausrutscher, beim 3:1 gegen den SV Esting setzten die Volleyballerinnen des VfL Nürn­berg ihren Kurs Richtung Drittliga­ Meisterschaft wieder unbeirrt fort.
  Wo die Reise für Libera Stephanie Müller und Kolleginnen danach hin­geht, ist aber weiter unklar.

  Frau Müller, gegen Esting ging der erste Satz verloren, die Partie gegen Altdorf hatten Sie offenbar noch nicht ganz abgehakt?
 
Stephanie Müller: Die Hände haben noch etwas gezittert, ganz raus aus den Köpfen war das Spiel noch nicht.
 
Wie sind Sie unter der Woche mit der ersten Saison-Niederlage umgegangen?
 
Müller: Erst haben wir die Nie­derlage analysiert und aufgemalt, was an unserem Stellungsspiel falsch war. Dann haben wir ver­sucht, es spielerisch umzusetzen. Das mit den Skizzen haben wir lan­ge nicht mehr gemacht, anschei­nend war das mal wieder nötig.
 
Die Niederlage gegen Altdorf war die erste nach zehn Siegen, trotzdem waren einige Ihrer Kolle­ginnen emotional sehr aufgewühlt.
 
Müller: Wir wollten sie unbe­dingt schlagen, das Derby gegen Altdorf ist immer etwas Besonde­res, da ist viel Rivalität im Spiel.
 
Dabei heißt es oft, dass es kaum noch hitzige Derbys gibt, alle ver­tragen sich so gut.
 
Müller: Bei diesem nicht, wenn man so die Äußerungen des TV Alt­dorf verfolgt. Da heißt es immer noch, dass wir längst auseinander­gefallen wären, wenn wir nicht von ihnen profitiert hätten. Nur, weil vor sieben oder fünf Jahren mal eine Spielerin von ihnen zu uns gewechselt ist.
 
Auf jeden Fall war diese Nieder­lage lehrreich.
 
Müller: Ja, wir haben gemerkt, dass so ein Spiel auch nach einer 2:0-Satzführung kein Selbstläufer ist und dass wir auch nach verlore­nen Punkten wieder mehr zusam­menkommen und uns gegenseitig anfeuern müssen. Volleyball ist ein Psychosport, das kann immer ganz schnell kippen.
 
Vier Spieltage vor Schluss füh­ren Sie die Tabelle mit zehn Punk­ten vor Altdorf an, sportlich ist Ihnen der Aufstieg kaum noch zu nehmen.
  Müller:
Wir brauchen noch zwei Siege, um auch rechnerisch sicher Meister zu sein, das ist unser Ziel.
 
Ob die Mannschaft auch wirk­lich aufsteigen will, ist aber immer noch offen?
 Müller: So ist es. Finanziell könn­te es sich der Verein leisten, wir sind hin- und hergerissen, der Auf­wand wäre wieder deutlich größer und wir bräuchten definitiv wie­der mehr Spielerinnen.
 Vielleicht ja aus Altdorf ...
Müller:
Wir wären sicher nicht abgeneigt, mit den Spielerinnen kann man ja auch reden, aber der Verein hat sich bislang immer gegen eine Spielgemeinschaft ge­wehrt.

Fragen: S. GLOSER